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Durchführung und differenzierte Ergebnisse zum Konzentrations-
und Rechtschreibtraining für Schüler (KuRTS)
Zuerst wird der Beginn des KuRTS vom Frühjahr 2002 beschrieben.
Über die Weiterentwicklung und aktuelle Ausgestaltung des KuRTS
lesen Sie bitte weiter unten.
1. Der Beginn des Konzentrations- und Rechtschreibtrainings
für Schüler
1.1. Warum ein Konzentrations- und
Rechtschreibtraining
für Schüler?
In meiner Arbeit kamen immer wieder Eltern wegen Konzentrations- und
Rechtschreibschwierigkeiten
ihrer Kinder zu mir. Kinder mit Rechtschreibschwierigkeiten
(Legasthenie,
Lese-Rechtschreibschwäche) haben es dabei immer wieder besonders
schwer.
Lesen und Schreiben spielt im Schulalltag in den meisten Fächern
eine
wichtige Rolle - nicht nur in Deutsch. Wem das Lesen schwer fällt,
der versteht beispielsweise manche Textaufgaben in Mathematik nicht
richtig,
obwohl eine mathematische Begabung durchaus vorhanden sein kann. In den
dritten und vierten Klassen der Grundschule spitzt sich die Problematik
beim Lesen und Schreiben dann immer mehr zu - irgendwann kommen die
ungeübten
Diktate mit hoher Fehleranzahl.
Die Gefahr wird nun immer größer, dass die hieraus
resultierenden
Misserfolgserlebnisse das Selbstwertgefühl des Schülers
beeinträchtigen.
Es kann eine Abwärtsspirale von geringem Selbstwertgefühl und
häufigeren schulischen Misserfolgserlebnissen beginnen. Mehr
Frustration
kann leider auch das Aggressionsverhalten verstärken mit all
seinen
negativen Folgen einschließlich der Beeinträchtigungen im
sozialen
Verhalten.
Wie kann diesen Kindern geholfen werden? Zum Glück gibt es
schon
viele Übungsprogramme, die etliche Kinder auch tatsächlich
weitergebracht
haben; es finden sich engagierte Lehrkräfte, die über ihren
eigenen
Auftrag hinaus all ihre Möglichkeiten nutzen, Kindern mit Lese-
und
Rechtschreibschwierigkeiten weitergehende Hilfen anzubieten. Eltern
pauken
zu Hause mit Ihren Kindern, Nachhilfeorganisationen bieten Übungs-
und Stützkurse an.
Warum ein weiteres, neues Programm? Weil Kinder unterschiedlich
sind.
Manche Programme helfen einigen Kindern - anderen nicht. Weil ich mit
dem
Konzentrationstraining
für Schüler (KTS) sehr gute Erfahrungen gemacht habe, wie
gut dieses Programm Schülern tatsächlich helfen kann sich
nicht
nur besser zu konzentrieren, sondern auch schulische und
allgemeine
Ängste abzubauen.
1.2. Zur Durchführung
1. Stunde: Die Kinder lernen sich und mich kennen. Es wird
besprochen,
dass sie an einem Konzentrationstraining mit dem Schwerpunkt
"Verbesserung
der Rechtschreibung" teilnehmen. Es wird ein Rechtschreibtest
durchgeführt,
mit dessen Hilfe herausgefunden werden soll, welche Fehlertypen am
häufigsten
gemacht werden. Die Fehleranalyse dient als Grundlage für
individuelle
Tipps, die die Schüler im Laufe des Trainings mündlich und
schriftlich
bekommen. Die erste Stunde endet mit dem WinKonz-Training am Computer.
Dabei werden
folgende Trainingsinhalte, die auch für die weiteren Stunden (je
45
Minuten) gelten, durchgeführt:
| WinKonz-Training |
Schwierigkeitsgrad |
Übungsmaterial |
Übungsdauer |
| T1 Suchen |
Könner |
Zahlen und Buchstaben |
3 Minuten |
| T2 Rechnen |
Anfänger |
Zahlen |
3 Minuten |
| T3 Rechtschreibung |
Anfänger |
Buchstaben |
7 Minuten |
| T4 Nullen |
Anfänger (3. Klasse)
Könner (4. Klasse) |
Zahlen und Buchstaben |
3 Minuten |
2. Stunde: Ab heute bekommen die Kinder bis
einschließlich
der 7. Stunde eine Entspannungsgeschichte vorgelesen, da Entspannung
ein wichtiger Faktor für eine gute Konzentration ist. Es handelt
sich dabei
um Tauchergeschichten mit Kapitän Nemo, die auf Ulrike und Franz
Petermann
zurückgehen. Sie wurden von mir adaptiert und ausgebaut. (Oder: Die
Kapitän- Nemo- Geschichten. Geschichten gegen Angst und Stress.
Von
Ulrike Petermann)
Nach eigener Aussage gefielen den Kindern diese Geschichten. Nach der
Geschichte geht es wieder zum WinKonz-Computertraining. Im Anschluss
bekommen die
Kinder eine Diskette mit dem Computerprogramm WinKonz für zuhause
mit. Auf einem Übungsblatt sollen sie eintragen, wieviel Punkte
sie
beim täglichen Üben der Rechtschreibübung erzielten. Sie
sollen die Übung täglich sieben Minuten durchführen.
Ihre
bisherige Form des Diktatübens sollen sie beibehalten. In der
zweiten
Stunde werden auch die ersten Rechtschreibregeln besprochen.
3. - 7. Stunde: Nach der Entspannungsgeschichte erfolgt das
WinKonz-Training
am Computer. Rechtschreibregeln werden besprochen. Es wird auch
gefragt,
inwieweit die Kinder mit den Regeln tatsächlich etwas anfangen
konnten.
Manchmal bleibt noch etwas Zeit um ein Spiel wie z.B. UNO miteinander
zu
spielen.
8. Stunde: Zu Beginn erfolgt wieder ein Rechtschreibtest, um
herauszufinden, wie gut das Training den Kindern objektiv geholfen hat.
Anschließend führen sie wieder WinKonz durch. Sie erhalten
eine
Urkunde mit dem Trainingsverlauf. Es wird noch einmal besprochen, ob
die
Ergebnisse in der Rechtschreibung in der Schule und zu Hause besser
geworden
sind. Die Kinder bekommen ihre Ergebnisse im Rechtschreibtest
mitgeteilt.
1.3. Ergebnisse
1.3.1. Schülerin, 5. Klasse
Eine Schülerin, die das KuRTS bei mir durchführte,
ging in die 5. Klasse Hauptschule. Insgesamt war sie 8 mal bei mir und
sollte täglich 7 Minuten lang das Rechtschreibtraining von WinKonz
am Computer
durchführen. Ihr Üben war sehr unregelmäßig.
Trotzdem
half ihr das Training. Ihre Noten seien um 0,5 bis 1 Note besser
geworden.
Vor dem Training absolvierte sie den Diagnostischen Rechtschreibtest
für
5. Klassen (DRT 5). Dabei machte sie 25 Fehler. Am Ende des Trainings
diktierte
ich ihr noch einmal alle falsch geschriebenen Wörter - sie machte
nun
20 Fehler, also 5 weniger. Von den Eltern hörte ich, dass sie das
Ergebnis für ihre Tochter als sehr gut bezeichneten. Sie hatten
vorher
mit ihr ein anderes Übungsprogramm auf der Basis von Karteikarten
durchgeführt, das zu gar keiner Verbesserung geführt habe.
Die
Mutter berichtete, dass ihre Tochter jetzt bei schwierigeren
Wörtern
vor dem Schreiben nachdenke - vorher sei dies nicht der Fall gewesen.
Das
Mädchen sagte, vor allem die Groß- und Kleinschreibung
beachte
sie nun stärker. Auch könne sie sich besser konzentrieren.
Beim Konzentrations- und Rechtschreibtraining spielt neben der
Rechtschreibung
ja auch die Verbesserung der Konzentration eine Rolle. Es zeigte sich
bei
der 5. Klässlerin eine Verbesserung im Konzentrationstest. Keine
Verbesserung
zeigte sich bei ihr im Angstfragebogen für Schüler (AFS). Als
ich sie darauf ansprach, dass sich ihre Prüfungsängste laut
Test
nicht verringert hätten, zeigte sie sich erstaunt. Sie meinte, sie
sei bei Prüfungen weniger aufgeregt als früher.
1.3.2. Kleingruppen, 3. und 4. Klasse
Im März und April 2002 nahmen 6 Kinder (5 Jungen, 1 Mädchen)
am Konzentrations- und Rechtschreibtraining für Schüler teil.
Das Mädchen und 2 Jungen besuchten die 4. Klasse und bildeten eine
Kleingruppe. Drei Jungen aus der 3. Klasse bildeten eine weitere
Kleingruppe.
Zu Beginn des Trainings führte ich mit allen einen
Rechtschreibtest
durch. Es handelte sich je nach Klasse um den DRT 3 oder DRT 4
(Diagnostischer Rechtschreibtest für 3. bzw. 4. Klassen). Dabei
wurden aus Zeitgründen bei der ersten Testung die ungeraden
Sätze, bei der Abschlusstestung die geraden Sätze diktiert.
Die
Viertklässler absolvierten auch einen Konzentrationstest, den
Aufmerksamkeits-Belastungs-Test
d2 von R. Brickenkamp.
Nach der Fehleranalyse der Rechtschreibtests bekamen alle Kinder im
Laufe der Zeit individuelle Tipps, wie sie bestimmte Fehlerarten in
Zukunft
eher vermeiden können. Manche Kinder konnten diese Empfehlungen in
die Tat umsetzen - nicht alle. Alle sollten auch das WinKonz-Training
"T3:
Rechtschreibung" zuhause üben. Das Mädchen konnte dies nicht,
da kein Computer zur Verfügung stand. Alle anderen übten sehr
unterschiedlich. Zwei Jungen übten fast regelmäßig
(außer
in den Ferien), die anderen Kinder übten sehr
unregelmäßig.
Ein Junge begann das Üben erst nach etwa 6 Wochen, da es vorher
Probleme
beim Installieren der Software gab.
Der Erfolg im Sinne von "Verbesserung der Rechtschreibung" stellte
sich nach Aussage der Schüler bei einigen tatsächlich ein.
Das
Mädchen und ihre Mutter berichteten von einer deutlichen
Fehlerreduktion,
obwohl sie zuhause gar nicht üben konnte. Bei den Jungen
berichteten
2 von weniger Fehlern bei Diktaten. Auch wurden Verbesserungen in
anderen
Fächern wie z.B. Mathematik berichtet.
In der letzten Stunde absolvierten alle noch einmal die gleichen Tests
wie in der ersten Stunde, um den Übungserfolg objektiv
herauszufinden.
Alle Viertklässler verbesserten ihre Ergebnisse im
Konzentrationstest d2, wie es sich bereits beim Konzentrationstraining
für Schüler (KTS) gezeigt hatte.
Zu meinem Erstaunen zeigte sich in den Rechtschreibtests keine
Veränderung.
Die Schüler machten dabei im Durchschnitt nach 2 Monaten noch
genauso viele
Fehler wie vorher auch. Dies überrascht mich auch insofern, als
ich
gedacht hätte, alle sind nun zwei Monate älter, haben auch in
der Schule einiges dazugelernt. Auch ohne extra Konzentrations- und
Rechtschreibtraining
müsste sich die Fehlerzahl verringert haben. Warum können mir
die Schüler erzählen, es sei besser geworden (was einige
Eltern
mir bestätigen konnten), ohne dass sich im Rechtschreibtest diese
Besserung abbildete? Lag es daran, dass die bessere
Konzentrationsfähigkeit
zu einer Verringerung der Leichtsinnsfehler geführt hat? Ist eine
geringere Prüfungsangst dafür verantwortlich? Eine sichere
Antwort
darauf habe ich bisher noch nicht.
Bei genauerer Analyse der Fehlertypen fiel mir jedoch auf, dass die
Schüler nach dem Training weniger Fehler pro Wort machten.
Während im ersten Rechtschreibtest in jedem falsch geschriebenen
Wort durchschnittlich 2 unterschiedliche Fehlertypen auftraten, waren
diese beim zweiten Rechtschreibtest nach dem Training um etwa 33%
reduziert. Pro falsch geschriebenem Wort traten durchschnittlich nur
noch 1,3 Fehlertypen auf. (Fehlertyp z.B: Klein- und
Großschreibung, Verwechslung von g und k, usw.)
1.3.3. Diagramm
Das Diagramm zeigt den Trainingsverlauf bei WinKonz, den die Teilnehmer
im Laufe von 8 Übungssitzungen erzielten.
Legende: Die Ergebnisse der ersten
Übungsstunde wurden mit 100% festgesetzt. Es zeigt sich, wie im
Verlaufe der weiteren 7 Sitzungen die Ergebnisse besser wurden.
Besonders gilt dies für die WinKonz-Aufgabenstellungen "T3
Rechtschreibung" und "T4 Nullen". Mit 'Gesamt' ist der Mittelwert aller
4 Aufgabenstellungen gemeint. Er verbesserte sich am Ende um über
40 Prozent. Die Ergebnisse decken sich in etwa mit dem Trainingsverlauf
beim KTS (Konzentrationstraining für Schüler).
Auf Grund obiger Ergebnisse, mit denen ich noch nicht ganz zufrieden
war, entwickelte ich das Konzentrations- und Rechtschreibtraining
für Schüler weiter. Mit diesem weiterentwickelten Konzept
erzielten die Schüler nun auch eine deutliche Verbesserung ihrer
Rechtschreibleistungen. Fehler gingen um bis zu 50 Prozent innerhalb
von 8-10 Wochen zurück. Lesen Sie nun über das neue,
veränderte Konzept. Übrigens: Dieses Konzept wird
fortwährend evaluiert und weiterentwickelt.
2. Zur Weiterentwicklung des Konzentrations- und
Rechtschreibtraining für Schüler (KuRTS)
Seit Herbst 2002 nahmen über 75 weitere Schülerinnen und
Schüler am KuRTS teil. Am Ende jedes
Kurses sprachen die Schüler von Verbesserungen. Dieses Ergebnis
wurde
durch die Testergebnisse bei Konzentrations- und Rechtschreibtests
bestätigt.
In der kurzen Zeit von nur 8-11 Wochen nahmen die
Rechtschreibfehler
durchschnittlich um 25 Prozent ab. Über ein Drittel aller
Teilnehmer erzielte eine Verringerung der Rechtschreibfehler um mehr
als 35 Prozent.
2.1. Zur Durchführung
1. Stunde: Die Kinder lernen sich und mich kennen. Es wird
besprochen,
dass sie an einem Konzentrationstraining mit dem Schwerpunkt
„Verbesserung
der Rechtschreibung“ teilnehmen. Es wird vor allem ein
Rechtschreibtest durchgeführt.
Mit Hilfe des Rechtschreibtests wird herausgefunden, welche Fehlertypen
am häufigsten gemacht werden. Die Fehleranalyse dient als
Grundlage
für individuelle Tipps, welche die Schüler im Laufe des
Trainings
mündlich und schriftlich bekommen. Die erste Stunde endet mit dem
Training am Computer. Dabei werden folgende Trainingsinhalte, die auch
für die weiteren Stunden (je 60 Minuten) gelten,
durchgeführt:
| Training |
Schwierigkeitsgrad |
Übungsmaterial |
Übungsdauer |
| T1: Suchen |
Könner |
Buchstaben |
3 Minuten |
| T2: Rechnen |
Anfänger |
Zahlen |
3 Minuten |
| T3: Rechtschreibung |
Anfänger |
Buchstaben |
9 Minuten |
| T4: Nullen |
Könner |
Zahlen und Buchstaben |
3 Minuten |
2. Stunde: Heute kommen die Eltern
für eine halbe Stunde mit. Alle bekommen gesagt, wie wichtig das
Lesen
auch als Voraussetzung für gute Rechtschreibleistungen ist. Die
Eltern
bekommen Lesetipps, die sich an das Buch „Trainingsprogramm für
rechtschreibschwache
Kinder“ von Franz Xaver Müller anlehnen. Der Schwerpunkt der
Elternberatung
beinhaltet die Rechtschreibstrategien, die Robert Dilts wohl als erster
formuliert hat. (Nachzulesen in „NLP & Rechtschreibtherapie“ von
Klaus
H. Schick.) Eltern und Kindern wird gezeigt, wie sie zu Hause diese
NLP-Übungen
(NLP = Neuro-Linguistisches Programmieren) durchführen
können.
Ein Merkblatt zu dieser NLP-Rechtschreibübung wird mitgegeben.
Danach
geht es wieder zum Computertraining. Im Anschluss bekommen die Kinder
eine
Diskette mit dem Computerprogramm WinKonz für zu Hause mit. Sie
sollen
die Übungen je nach Lust und Laune daheim durchführen.
Ihre bisherige Form des Diktatübens sollen sie beibehalten.
3. Stunde: Die heutige Stunde beginnt mit der
Schwereübung
des Autogenen Trainings. Es folgen die WinKonz-Übungen. Da am Ende
noch etwas
Zeit
ist, dürfen sich die Kinder ein Spiel aussuchen. Sehr beliebt sind
immer wieder UNO, Mikado, Domino, Spitz pass auf!
4. Stunde: Nach der Wärmeübung des Autogenen
Trainings erfolgt das Training am Computer. Die erste Rechtschreibregel
wird im Kurs besprochen. Manchmal bleibt noch etwas Zeit um wieder ein
Spiel wie z.B. UNO miteinander zu spielen.
5. Stunde: Die Eltern sind wieder für etwa eine halbe
Stunde
mit dabei. Ich beantworte Fragen zu den Lesetipps und der
NLP-Rechtschreibübung,
die in der 2. Stunde Thema waren. Nachdem die Eltern gegangen sind,
geht
es mit dem Computertraining weiter. Heute gibt es keine neuen
Rechtschreibtipps
für die Kinder. Auch geht es mit dem Autogenen Training nicht
weiter.
Ich nutze die Zeit lieber zum Spiel.
6. - 9. Stunde: Zu Beginn einer jeden Stunde steht das
Autogenen
Training auf dem Programm. Danach erfolgen wie jedesmal die
WinKonz-Übungen
am Computer. Weiterhin werden teils individuell Rechtschreibregeln
besprochen.
Es wird nachgefragt, inwieweit die Kinder mit den Regeln, die schon
besprochen
worden sind, etwas anfangen konnten oder auch nicht. Wenn immer die
Zeit
es zulässt, wird die Stunde mit Spielen beendet.
10. Stunde: Zu Beginn erfolgt wieder ein
Rechtschreibtest, um herauszufinden, wie gut das Training den Kindern
objektiv
geholfen hat. Anschließend führen sie wieder WinKonz durch.
Sie erhalten eine Urkunde für die Teilnahme. Es wird besprochen,
ob die Ergebnisse in der Rechtschreibung
in der Schule und zu Hause besser geworden sind. Die Kinder bekommen
ihre
Ergebnisse in den Tests mitgeteilt.
2.2. Rechtschreibfehler bei Dritt- und Viertklässlern
Die häufigsten Fehlertypen bei
Drittklässlern (11 Schüler,
alle 3. Klasse, Grundschule, davon 2 Mädchen):
| Groß- und Kleinschreibung |
14% |
| Doppelkonsonanten (insbesondere: t-tt, n-nn,
l-ll) |
14% |
| Fehler bei g und k (Lautunterscheidung) |
11% |
| k-ck |
8% |
| f-v |
6% |
| i-ie |
6% |
| e-ä und eu-äu |
6% |
| qu |
5% |
| b-p (Lautunterscheidung) |
5% |
| d-t (Lautunterscheidung) |
4% |
| Dehnungs-H |
4% |
| fehlende Buchstaben |
4% |
| Sonstige (z.B. falsche Buchstaben,
Dehnungs-H, sp, st, s-ß...) |
13% |
Die Fehleranalyse erfolgte auf Basis des
Diagnostischen Rechtschreibtests für 3. Klassen (DRT 3). Bei
Verwendung anderer Diktatvorlagen können davon abweichende
Fehlerschwerpunkte auftreten. (Stand: Juni 2004)
Da Viertklässler nicht unbedingt die gleichen Fehler wie
Drittklässler machen, erfolgt eine Auflistung der Fehlerarten
für die 4. Klassenstufe.
Die häufigsten Fehlertypen (bei 12 Schülern, alle 4.
Klasse, Grundschule,
davon 3 Mädchen):
| Groß- und Kleinschreibung |
23% |
| Fehler bei g und k (Lautunterscheidung) |
14% |
| i und ie |
13% |
| e und ä |
10% |
| Doppelkonsonanten (t-tt, n-nn, f-ff, l-ll
usw.) |
10% |
| Fehler bei d und t (Lautunterscheidung) |
9% |
| tz-z |
7% |
| qu |
5% |
| k-ck |
4% |
| f-v |
3% |
| b-p (Lautunterscheidung) |
1% |
| Sonstige (z.B. fehlende Buchstaben,
Dehnungs-H, sp,
pf...) |
1% |
Die Fehleranalyse erfolgte auf Basis des
Diagnostischen Rechtschreibtests für 4. Klassen (DRT 4) und des
etwas älteren Diagnostischen Rechtschreibtests für 4. und 5.
Klassen (DRT 4-5). Bei Verwendung anderer Diktatvorlagen können
davon abweichende Fehlerschwerpunkte auftreten. (Stand: Ende 2002)
2.3. Ergebnisse
2.3.1. Die Ergebnisse vom Herbst
2002
Im Oktober und November 2002 nahmen 9 Kinder (7 Jungen, 2 Mädchen)
am Konzentrations- und Rechtschreibtraining für Schüler teil.
Sie wurden in Kleingruppen zu je drei Schülern aufgeteilt. Da
nicht
immer alle anwesend waren, liegen nur für 8 Kinder
vollständige
Ergebnisse vor.
2.3.1.1. Aussagen der Schüler:
Die Schüler berichteten von einer Verbesserung bei der
Rechtschreibung. Einige Schüler berichteten nicht nur davon, dass
sie in der Rechtschreibung und Deutsch besser geworden seien, sondern
auch in Mathematik.
2.3.1.2. Objektive Ergebnisse:
In der letzten Stunde absolvierten alle noch einmal die gleichen Tests
wie in der ersten Stunde, um den Übungserfolg objektiv zu
dokumentieren.
Zu meinem Erstaunen zeigte sich in den Rechtschreibtests meist eine
deutliche
Verbesserung. Dies hatte ich so nicht erwartet. Im Frühjahr 2002,
beim KuRTS in der ursprünglichen Form, machten die Schüler im
Durchschnitt nach 2 Monaten noch fast genauso viele Fehler wie vorher
auch.
Dies war nun im Herbst 2002 in der abgewandelten und erweiterten
Form
des KuRTS deutlich anders. Die Rechtschreibfehler nahmen in der kurzen
Zeit von nur 8-10 Wochen durchschnittlich um 28 Prozent ab
(laut
Rechtschreibtest)! Die Hälfte, also 4 Schüler, erzielten eine
Verringerung ihrer Fehler um über 40 Prozent! Besonders
stark
reduzierten sich bei 6 von 8 Schülern die Rechtschreibfehler, die
vorher in einzelnen Stunden individuell anhand der Rechtschreibregeln
besprochen
worden waren.
Übrigens: In dieser Gruppe gingen die Konzentrationsfehler um 55
Prozent zurück!
Wie in früheren Gruppen auch verbesserte sich die
Konzentrationsfähigkeit
der Kinder erwartungsgemäß. Dies führe ich im
Wesentlichen
sowohl auf das WinKonz-Trainingsprogramm als auch auf das Autogene
Training
zurück.
Die Ergebnisse im einzelnen:
| Name, Geschlecht |
1. Test DRT, Form A, Fehler |
2. Test DRT, Form B, Fehler |
|
1. Test d2, KL |
1. Test d2, GZ |
1. Test d2, F |
2. Test d2, KL |
2. Test d2, GZ |
2. Test d2, F |
| G., Junge |
22 |
11 |
|
83 |
202 |
6 |
101 |
234 |
1 |
| D., Junge |
21 |
12 |
|
110 |
283 |
19 |
126 |
297 |
1 |
| Ja., Junge |
7 |
3 |
|
136 |
325 |
9 |
148 |
354 |
3 |
| Je., Junge |
12 |
17 |
|
97 |
235 |
4 |
110 |
263 |
4 |
| M., Junge |
25 |
18 |
|
127 |
304 |
4 |
144 |
353 |
5 |
| Va., Mädchen |
25 |
21 |
|
116 |
279 |
5 |
129 |
316 |
9 |
| P., Junge |
20 |
11 |
|
116 |
286 |
11 |
141 |
345 |
5 |
| K., Junge |
17 |
14 |
|
129 |
321 |
9 |
147 |
363 |
2 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Durchschnitt |
18,6 |
13,4 |
|
114,3 |
279,4 |
8,4 |
130,8 |
315,6 |
3,8 |
| Veränderung (%) |
|
-28% |
|
|
|
|
+14% |
+13% |
-55% |
Legende:
Es sind die Ergebnisse der 1. und
2. Testung angegeben.
Alle Kinder besuchen die 4. Klasse
einer Grundschule; Alter: 9-10 Jahre.
Mit DRT ist der Diagnostische
Rechtschreibtest für 4. Klassen (DRT 4) von Martin Grund et. al.
gemeint.
Es ist ersichtlich, wieviele Fehler die einzelnen Schüler machten.
Bei der ersten Testung wurde die Form A, bei der zweiten die Form B des
DRT durchgeführt. Beim DRT 4 sind maximal 42 Fehler möglich.
Für wissenschaftlich orientierte
Leser sei angemerkt: 1. Test: T-Wert = 43,1; Standardabweichung = 5,7;
2. Test: T-Wert = 48,3; Standardabw. = 6,5
Der d2 (Aufmerksamkeits-Belastungs-Test
von Rolf Brickenkamp) ist einer der weitverbreitetsten
„Konzentrationstest“
im deutschen Sprachraum. KL gibt Hinweise auf die
Konzentrationsleistung,
GZ auf das Bearbeitungstempo und F meint die Fehler, die insgesamt
gemacht
wurden. Setzt man F in Relation zu GZ (F / GZ * 100), gibt dies
Hinweise
auf die Sorgfalt, die beim Arbeiten aufgebracht wurde. Obige
Zahlenangaben
beim d2 sind sogenannte Rohwerte.
2.3.2. Ergänzung vom 29.5.2003:
Bis Ende Mai 2003 nahmen zusätzlich 8 Schüler und
Schülerinnen
vollständig am KuRTS teil. Die meisten waren aus der 4. Klasse.
Die
Test-Ergebnisse dieser 8 Schüler bestätigen die früheren
Resultate vom Herbst 2002: Die Fehleranzahl im Rechtschreib-Test
reduzierte
sich auch um durchschnittlich 28% innerhalb von ca. 10 Wochen! Nach
statistischen
Kriterien wäre ohne besonderes Training in dieser Zeit eine
Fehlerverminderung
von nur 2-3 % zu erwarten gewesen.
Auch die Ergebnisse des Konzentrationstests wurden bestätigt.
Sie waren jetzt sogar noch etwas besser als bei den Teilnehmern vom
Herbst
2002.
2.3.3. Ergänzung vom 1.8.2003:
Neben Kleingruppen führe ich mit Schülern auch einzeln
Trainings
durch. Lesen Sie hier,
wie sich verschiedene Schüler mit Hilfe des Konzentrations- und
Rechtschreibtrainings
für Schüler verbesserten (Fallbeschreibungen)
2.3.4. Ergänzung vom 21.2.2004:
Im Herbst 2003 nahmen 13 Schüler und Schülerinnen aus
4. Klassen am KuRTS teil. Dabei wurden Forschungsergebnisse von Teija
Kujala von der Abteilung für Kognitive Hirnforschung der
Universität Helsinki von Teija Kujala bei den Übungen
berücksichtigt. Bei Training
1 wurde 'Hören' statt des visuellen 'Suchens' durchgeführt.
Ansonsten
wurde am Trainingsablauf nichts verändert. Die Hoffnung war, dass
'Hören' nicht nur für das Lesen hilfreich ist, sondern auch
für das Schreiben. Dies war leider nicht der Fall. Die Fehler
verminderten sich nach 10 Trainingseinheiten pro Schüler
durchschnittlich
'nur' um 20%. Erhofft hatte ich eine Fehlerverminderung um mindestens
28%,
denn dieser Wert war in der bisherigen Übungsform mit 'T1 Suchen'
durchschnittlich pro Schüler erreicht worden. Auch wenn 28 mehr
ist als 20: Bei statistischer Prüfung zeigte sich, dass der
Unterschied beider Ergebnisse auch Zufall sein kann. Meine Erwartung,
die Einbeziehung auditiver Elemente führe zu einer weiteren
Verbesserung, hat sich bisher nicht bestätigt.
(Für statistisch interessierte Leser: Die Verbesserung um genau
28,8 % entspricht einer Effektstärke von 0,93. Dieser Wert gilt in
der Psychologie als starker Effekt. Eine Verbesserung von genau 19,9 %
entspricht einer Effektstärke von 0,38. Ein Wert von 0,38 kann als
klein bis mittel bezeichnet werden.)
Im Übrigen stellt meiner Meinung nach eine Verbesserung um 20%
innerhalb von 10 Wochen auf dem Gebiet Rechtschreibung
auch ein akzeptables Ergebnis dar. Welches Trainingsprogramm kennen
Sie, mit dem dies erwiesenermaßen möglich ist?
Auf Grund meiner Resultate werde ich vorläufig das Training wieder
ohne 'Hören' durchführen. NLP-Erkenntnisse bestärken
mich
darin: Schlechten Rechtschreibern fehlt es nicht unbedingt an auditiven
Fähigkeiten,
sondern diese setzen visuelle und kinästhestische (das Fühlen
betreffende) nicht oder falsch ein.
2.3.5. Ergänzung vom 9.4.2004:
In der Zeit von Januar bis März 2004 fanden weitere Kurse statt.
Training 1 wurde verändert. Die Viertklässler führten
'Suchen' mit Buchstaben und einer Zeitdauer von 3 Minuten durch;
weiterhin ist 'Suchen' seit der Version 4.3 auch mit
Großbuchstaben ausgestattet. Alle anderen Elemente des
Konzentrations- und Rechtschreibtrainings für Schüler
(Autogenes Training, Besprechung individuell wichtiger
Rechtschreibregeln, NLP-Rechtschreibstrategie und die übrigen
WinKonz-Übungen) blieben bei den Schülern, die 10 mal
teilnahmen, unverändert. Drei Schüler, die 9 mal teilnahmen,
absolvierten die Deutschübungen von WinKonz in 12 Minuten statt in
9 Minuten. Die Additionsaufgaben entfielen dafür. Es zeigte sich
durch die Verlängerung von 9 auf 12 Minuten kein zusätzlicher
Effekt.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
| Anzahl der Teilnehmer |
Wie oft teilgenommen? |
durchschnittliche Fehlerreduktion |
T-Wert bei erstem Rechtschreibtest |
T-Wert bei letztem Rechtschreibtest |
Effektstärke |
| 6 |
10 mal |
-38,1 % |
49,2 |
55,3 |
1,18 |
| 7 |
9 mal |
-25,4 % |
45,9 |
49,4 |
0,89 |
Der erste Rechtschreibtest wurde vor dem 1. Training
durchgeführt.
Der letzte Rechtschreibtest wurde zu Beginn der letzten Stunde, vor den
WinKonz-Übungen, durchgeführt.
Die Schüler, die 10 mal am KuRTS teilnahmen, erzielten eine
deutlichere
Fehlerverminderung. Soweit möglich werde ich daher in Zukunft das
KuRTS 11 oder 12 mal durchführen.
2.3.6. Ergänzung vom 4.10.2004:
In der Zeit zwischen Pfingst- und Sommerferien 2004 nahmen 11 weitere
Schüler vor allem aus dritten Klassen am KuRTS teil. Die
bisherigen Ergebnisse mit deutlichen Fehrerreduktionen in der
Rechtschreibung bestätigten sich. Durchschnittlich machten die
Schüler, die meistens 'nur' 9 mal teilnehmen konnten, 25 Prozent
weniger Fehler.
2.3.7. Ergänzung vom 18.12.2004:
Im Herbst 2004 nahmen 13 Schüler (11 Viertklässler, 2
Fünftklässler) am KuRTS teil. Nach 9 bis 11 Sitzungen machten
sie durchschnittlich 41 Prozent weniger Rechtschreibfehler im
Rechtschreibtest (Diagnostischer Rechtschreibtest für 4. Klassen).
Das KuRTS wurde bei diesen Herbstkursen um die Rechtschreibtipps
(Tieralphabet) von Roland R. Geisselhart und Cordula Kießling aus
dem Buch "Gute Noten mit legalen Spickzetteln" ergänzt.
Zusätzlich erhielten 4 der 13 Schüler keine Einführung
in das Autogene Training. Es zeigte sich: Die Schüler, die kein
Autogenes Training erlernten, verminderten die Rechtschreibfehler 'nur'
um durchschnittlich 23 Prozent, die mit Autogenem Training um
überwältigende 49 Prozent. Für mich zeigte sich, dass
das Tieralphabet von Geisselhart und Kießling gerade in
Verbindung mit dem Autogenen Training die Ergebnisse entscheidend
verbessern kann!
2.3.8. Ergänzung vom 20.12.2005:
Im Herbst 2005 nahmen 10 Schüler (9 Viertklässler, 1
Fünftklässler) am KuRTS teil. Aus organisatorischen
Gründen konnte das Training nur 8 mal durchgeführt werden, so
dass erwartungsgemäß die Fehlerreduktion geringer war. Im
DRT 4 ergab sich eine Verringerung der Fehler um 20,4 Prozent. Die
beste Teilnehmerin verminderte ihre Fehler von 22 auf 8 (= 64% weniger
Fehler).
2.3.9. Diagramm (Stand 20.12.2005)
Das Diagramm zeigt den WinKonz-Trainingsverlauf für die
Rechtschreibübung, den Teilnehmer im Laufe von 21
Übungssitzungen erzielten.
Legende:
Die Ergebnisse der ersten Übungsstunde wurden mit 100%
festgesetzt. Es zeigt sich, wie im Verlaufe der weiteren Sitzungen die
Ergebnisse besser wurden.
137 Personen nahmen mindestens 5 mal teil, 59 Personen 10 mal, 10
Personen 15 mal und 6 Personen 20 mal.
Die Kurve verläuft nicht koninuierlich, vermutlich, weil sich im
Laufe der Zeit immer mehr 'schwierige' Wörter ansammelten,
für die ein höherer Trainingsbedarf erforderlich ist. Dies
führt zu einem gewissen Einbruch, der durch Übung wieder
aufgeholt wird.
2.3.10. Ergänzung vom 21.02.2007:
Im Jahre 2006 nahmen 13 Schüler und Schülerinnen aus 4.
Klassen an einem KuRTS-Kurs teil. Die durchschnittliche
Fehlerverminderung in den durchgeführten Rechtschreibtests betrug
20,4 %. Die beiden besten erzielten eine Verbesserung von über 80
% weniger Fehler.
Insgesamt liegen bisher die Ergebnisse von 88 Teilnehmern vor. Sie
verminderten die Anzahl ihrer Fehler durchschnittlich um 24,6 % bei
einer Kursdauer von meist 8 bis 9 Wochen. Bei einer längeren
Trainingsdauer ist selbstverständlich mit weiteren Verbesserungen
zu rechnen!
2.4. Schlussfolgerung
Das KuRTS hilft Rechtschreibkenntnisse und
Konzentrationsfähigkeiten
zu verbessern.
Fehler in Diktaten können innerhalb von 8 bis 11
Trainingseinheiten durchschnittlich um 25 % vermindert werden.
Bei 11 Trainingseinheiten ist das Ergebnis besser als bei 8
Trainingseinheiten.
Etwa ein Drittel der Schüler erzielte eine Fehlerreduktion von mindestens
37 Prozent.
Leichtsinnsfehler oder Flüchtigkeitsfehler
nehmen im Schnitt um über 25 % ab.
3. Materialien
1. Das Computerprogramm WinKonz (mit Rechtschreibtraining)
ist sehr preiswert. Bevor Sie es bestellen, können Sie die Demo
der aktuellen Vollversion downloaden und diese testen.
Bestellen Sie die WinKonz-Vollversion (mit Rechtschreibtraining) im
WinKonz - Shop (-> Software).
2. Falls Sie sich für die Lese- und
Rechtschreibtipps,
die Eltern im Kurs von mir bekommen, interessieren und auch die
wichtigsten
Rechtschreibregeln erhalten möchten, dann besuchen Sie den
WinKonz - Shop (-> E-Book).
3. Materialien für das autogene
Training finden Sie im
WinKonz - Shop (-> E-Book oder -> Bücher mit CD).
Copyright: Ernst Hartmann, 2002 - 2009, aktualisiert im
März
2009
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